Literaturmuseum: Anke Pätsch stellt sich als neue Direktorin am Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) vor

Interimsdirektor Dr. Wolfgang de Bruyn überreicht der neuen Direktorin des Kleistmuseums, Anna Pätsch, symbolisch den Schlüssel für das Kleistmuseum.
Winfried MausolfDer erste Termin war eine Baubesprechung zur Sanierung des Altbaus. Das erste Treffen eines mit dem Museumsteam. Und der erste Auftritt die Schlüsselübergabe durch Interimsmuseumsleiter Wolfgang de Bruyn. „Ein bisschen wie Nach-Hause-nach-Brandenburg-Kommen“ fühlt es sich für die gebürtige Potsdamerin Anke Pätsch an: Seit Dienstag ist die 51-Jährige neue Direktorin des Kleist-Museums. Es sei ihr „Traumjob“.
Anke Pätsch folgt damit auf Hannah Lotte Lund, die den Posten Ende Oktober 2021 nach fünf Jahren aufgab, um zurück an die Universität zu gehen. Seitdem hat Wolfgang de Bruyn das Museum kommissarisch geleitet. Die Stiftungsexpertin Anke Pätsch hat von 1990 bis 1999 in Leipzig und Berlin Germanistik studiert und war Leiterin des Bereiches Medien & Kommunikation und zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Von 1997 bis 1998 war sie Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung in der Slowakei.
Kleist im Studium kennengelernt
Kleist selbst habe sie im Studium kennengelernt, so die Germanistin – im Schulunterricht sei er bei ihr nicht vorgekommen. Dafür sei sie aber zuletzt in Berlin viel ins Theater gegangen und schwärmt von der Inszenierung von „Michael Kohlhaas“ an der Schaubühne.
Ihre Aufgabe sieht die neue Direktorin, die zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung im Bundesverband Deutscher Stiftungen war, denn auch eher im Management und der Vernetzung: „Es schadet sicher nicht, dass ich lange im Stiftungsbereich gearbeitet habe und weiß, wen ich ansprechen kann.“ Sie möchte zudem die Bekanntheit der Stiftung und des Museums national sowie international erhöhen: „Gemeinsam mit den Mitarbeitenden, den Menschen in der Doppelstadt und Partner*innen möchte ich neue Formate finden und bewährte, wie beispielsweise die Kleist-Festtage oder die Frankfurter Buntbücher, weiterentwickeln,“ sagte sie bei der Schlüsselübergabe.

Das Kleist-Museums und daneben der Neubau (r). Der Altbau muss in den kommenden Jahren saniert werden.
Patrick Pleul/dpaAuf die „Neue“ wartet als erste große Aufgabe die anstehende Sanierung des Altbaus. 1,3 Millionen Euro hatte ihre Vorgängerin Hannah Lotte Lund dafür eingeworben, das Geld muss allerdings zeitnah für die Sanierung verwendet werden. Und eine Wohnung in Frankfurt sucht sie auch noch.
Bis 30. Januar war im Kleist-Museum die Ausstellung „2 x Heinrich = Zschokke + Kleist. Wiedererweckung eines Alleskönners zum 250. Geburtstag“ zu sehen.
Am Sonntag, 27. Februar, um 15 Uhr eröffnet das Haus die neue Sonderausstellung „Bühnenwelten. Eine immersive Ausstellung zu Bühnenmodellen des Kleist-Museums“.
Das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder)
Das Kleist-Museum ist das weltweit einzige Museum zu Leben und Werk des in Frankfurt (Oder) geborenen Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811). Das Haus bewahrt in der Bibliothek und den Sammlungen über 35.000 Bestandseinheiten. Als Forschungs- und Vermittlungsort wurde Brandenburgs größtes Literaturhaus 2019 in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt, die vom Bund, vom Land Brandenburg und von der Stadt Frankfurt (Oder) institutionell gefördert wird. Die Dauerausstellung, Sonder- und Wanderausstellungen sowie Veranstaltungen zogen vor der Pandemie jährlich rund 10.000 Besucherinnen und Besucher an.

